„Warum passiert das ausgerechnet im Wettkampf?“

19.02.2021

Als Daniel Siegle bei der Challenge Heilbronn 2018 etwa 30 von 90 Kilometer auf der Radstrecke zurückgelegt hatte, hatte er ein Problem. Was das war, wie er es trotzdem ins Ziel schaffte und er sich sogar für ein ganz besonderes Rennen qualifizierte, lest ihr hier.

Als Daniel Siegle bei der Challenge Heilbronn 2018 etwa 30 von 90 Kilometer auf der Radstrecke zurückgelegt hatte, hatte er ein Problem: der Akku seiner Elektroschaltung war aufgebraucht. Der vordere Umwerfer ließ sich somit nicht mehr nutzen. Daniel konnte nicht mehr auf das große vordere Kettenblatt schalten.

„Die Verzweiflung war in diesem Moment natürlich groß“, erinnert sich Daniel und fügt an: „Da denkt man schon: warum passiert das ausgerechnet im Wettkampf.“

Der Wettkampf in Heilbronn 2018 war Daniels erste Mitteldistanz. Rund sechs Jahre zuvor begann seine Triathlonkarriere. Seine Ex-Freundin hatte ihn zum Schwimmen mitgenommen, ihr Vater ihn zum Triathlon animiert. 2012 absolvierte er seine erste Sprintdistanz. 2015 folgte die erste Olympische Distanz, 2018 die erste von bislang zwei Mitteldistanzen. „Triathlon hat mich sofort angefixt. Und seitdem bin ich nicht mehr davon losgekommen“, sagt Daniel und lacht.

Die Probleme mit der Schaltung 2018 in Heilbronn gehören auf jeden Fall zu den spannendsten Episoden, die Daniel aus seiner Triathonzeit erzählen kann. Und zum Glück für Daniel war diese Verzweiflung auch nur für einen Moment groß - quasi für den Moment des Schreckens. Denn, wenn man so will, hatte der 25-Jährige Glück im Unglück: Die Kette lag zu dem Zeitpunkt auf dem kleinen vorderen Kettenblatt. Und der Streckenabschnitt, der für ihn folgte, war ein sehr welliges Terrain. Bergan benötigte er eh das kleine Kettenblatt. So blieben nur die Abfahrten eine Herausforderung. Oder, wie Daniel es ausdrückt: „Trittfrequenzen von über 100 Umdrehungen bergab waren schon heftig.“

Kein Lust mehr beim Laufen

Der härteste Moment des Wettkampfes sollte aber erst noch kommen - auf der dritten von vier Laufrunden. „Da hatte ich plötzlich keine Lust mehr, dachte, ist das gerade zäh, wünschte mir, ich wäre schon im Ziel“, erzählt er. Es war zum Glück nur eine kurze Phase. Eine Phase, die fast jeder Sportlerin im Laufe eines Wettkampfes mal erlebt. Als Daniel in die vierte Laufrunde ging, war die Motivation wieder da. Was auch daran lag, dass beim Einbiegen in die Schlussrunde merkte, dass er sein großes Ziel, das Unterbieten der Fünf-Stunden-Marke, erreichen kann.

Was ihm schließlich auch gelang – inklusive eines nicht für möglich gehaltenen vierten Platzes in seiner Altersklasse. So gelang ihm etwas, wovon er vorher nicht einmal zu träumen gewagt hätte: die Qualifikation für The Championship in Samorin. „Das war natürlich das i-Tüpfelchen auf einen tollen Tag“, sagt Daniel.

Jener Wettkampf in der Slowakei war übrigens eines der wenigen Triathlonrennen, das Daniel nicht zusammen mit seinem Vater absolviert hat. Sein Vater fand die Idee toll, als Daniel ihm erzählte, er wolle einen Triathlon absolvieren. Seitdem trainieren sie regelmäßig zusammen, reisen gemeinsam zu Wettkämpfen und unterstützen sich vor Ort. Der Einstieg in den Triathlon war für Daniel also nicht bloß der Start in eine neue Leidenschaft. Es ist auch eine tolle Vater-Sohn-Geschichte. „Das ist schon schön“, sagt Daniel und fügt an: „Das gibt es nicht oft, dass man mit seinem Vater ein Hobby teilt und so viel zusammen unterwegs ist.“

Im Sommer wollen sie zusammen bei dem DATEV Challenge Roth starten. In der Staffel. Den Laufpart übernimmt Daniels Mutter, eine passionierte Läuferin. Ein paar Wochen vorher möchte Daniel beim Triathlon Heilbronn seine dritte Mitteldistanz absolvieren.


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